„April, April“ – Wer diese Worte hört, wurde wohl gerade reingelegt. Warum wir am 1. April so gern Schabernack mit unseren Mitmenschen treiben und warum das sogar gesund ist, erklärt Prof. Dr. Ralf Schlößer, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Helios Klinikum Erfurt.

„Einem Aprilscherz liegt nicht unbedingt die Absicht zugrunde, dem anderen zu schaden. Das heißt, ich kann jemandem einen Streich spielen, ohne dass er mir wirklich böse sein muss“, sagt Prof. Dr. Ralf Schlößer, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Helios Klinikum Erfurt.

Mitlachen schafft emotionale Verbindung und ein Gemeinschaftsgefühl
Aprilscherze und Lachen wirken sich positiv auf das Miteinander aus: „Wenn wir gemeinsam über einen Scherz lachen, zeigt das: Wir verstehen uns. Es entsteht eine Verbindung, selbst wenn ich zunächst der Reingelegte bin“, so Schlößer. „Durch Aprilscherze zeigen wir Interesse an unseren Mitmenschen. Grund genug also, von Herzen mitzulachen, wenn sich ein Mensch die Mühe macht, sich einen Aprilscherz für uns auszudenken!“

Aktivierung des Belohnungssystems
Die genauen psychologischen und neuronalen Mechanismen des Humors sind noch immer Gegenstand der Forschung. Es finden sich Hinweise, dass Humor ein Netzwerk von Nervenzellen im Belohnungssystem des Gehirnes aktivieren kann. Dies konnte in Untersuchungen mit der funktionellen Magnetresonanztomographie gezeigt werden. Ein bedeutender Botenstoff innerhalb dieses Belohnungssystems ist das Dopamin, das vereinfachend auch als „Glückshormon“ bezeichnet wird. Humor vermittelt möglicherweise auch über diesen Weg emotionale Reaktionen bis zu Glücks- und Hochgefühlen.

Warum macht es uns Spaß, jemanden zu veräppeln?
„Ein Aprilscherz ist eine Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu treten. Wenn man es schafft, jemanden in den April zu schicken, stellt es eine positive emotionale Bindung zwischen den Menschen her.“

Warum fallen die Reaktionen auf kleine Streiche so unterschiedlich aus?
„Nicht jeder kann in gleicher Weise über einen Aprilscherz lachen. Ein Mensch, der in der Lage ist, eine Distanz zu sich selbst herzustellen und sich auch mal von außen, quasi aus der Vogelperspektive, wahrzunehmen, kann möglicherweise eher über einen Aprilscherz lachen. Das ist eine wichtige kognitive und emotionale Leistung, die auch in anderen Situationen, z.B. bei der Stressbewältigung, hilfreich sein kann. Es erscheint daher hilfreich, wenn es die Auswahl des Scherzes dem Betroffenen erleichtert, diesen als solchen zu erkennen. So kann man sich gemeinsam in das humorvolle Erleben einstimmen.“

Stressentlastung und psychische Widerstandskraft
„Lachen kann zu einer Entlastung von Stress und Anspannung führen. Humor und gemeinsames Lachen unterstützen die Resilienz, d.h. die psychische Widerstandskraft, mit schwierigen Lebenssituationen umzugehen und ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen.“

  

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