2. Oktober 2020

Bundesforschungsministerium fördert 13 Projekte mit 150 Millionen Euro im Netzwerk Universitätsmedizin

Hochschulmedizin Dresden erhält 7,5 Millionen Euro für Konzepte zu optimalem Pandemie-Management der stationären Patientenversorgung

Zentrale Krankenhaus-Leitstelle und Prognosetool belegen herausragende Expertise

Mit dem Ziel, in möglichst kurzer Zeit Erkenntnisse über die Formen und Ursachen der neuartigen Erkrankung ebenso verfügbar zu machen, wie erfolgversprechende Therapien und sowohl flächendeckende als auch effiziente Versorgungsstrukturen, fördert das Bundesforschungsministerium ab sofort 13 Verbundprojekte des „Nationalen Forschungsnetzwerks der Universitätsmedizin zu Covid-19″. Eines der geförderten Projekte heißt „EViPan Unimed“, das der Hochschulmedizin Dresden angesiedelt ist und gemeinsam mit der Universitätsmedizin Frankfurt bearbeitet wird. Das Projekt beschäftigt sich wissenschaftlich damit, ein praxisnahes, auf regionale Gegebenheiten zugeschnittenes Management der stationären Versorgung von Patienten auch in einer Pandemie zu entwickeln, zu testen und zu implementieren. Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden hat dazu bereits im Frühjahr 2020 sein wissenschaftliches wie praktisches Know-how bei diesem Thema unter Beweis gestellt. Leuchtturmprojekte waren die im Auftrag des Freistaats Sachsen eingerichtete „Zentrale Krankenhaus-Leitstelle Corona Dresden/Ostsachsen“ und das „Dresdner Informations- und Prognosetool für Erkrankungsverlauf und Bettenauslastung in Sachsen (DISPENSE)“.

Die Abkürzung EViPan Unimed steht für „Entwicklung, Testung und Implementierung von regional adaptiven Versorgungsstrukturen und Prozessen für ein evidenzgeleitetes Pandemiemanagement koordiniert durch die Universitätsmedizin“. Unter der wissenschaftlichen Leitung des Zentrums für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) – einer gemeinsamen Einrichtung des Dresdner Uniklinikums und der Medizinischen Fakultät der TU Dresden –, sowie der Universitätsmedizin Frankfurt arbeiten in dem Forschungsverbund zu diesem Thema 26 weitere Universitätsklinika und externe Institutionen zusammen. In dem Projekt sichten die Wissenschaftler die Erfahrungen aus regionalen, nationalen und internationalen Pandemiemanagementkonzepten und führen es zu einem prototypischen Modell zusammen.

„Mit der am Uniklinikum konzipierten und betriebenen Krankenhaus-Leitstelle haben wir in den damals schwierigsten Wochen der Pandemie unter Beweis gestellt, dass es mit neuen, intelligent gestalteten Strukturen durchaus möglich ist, die vorhandenen Kapazitäten von 33 regionalen Klinken optimal zu steuern und so einen Kollaps des Systems zu verhindern“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums. Die Leitstelle hat in den vergangenen Monaten gezeigt, wie sich die Verteilung der Patienten bedarfsorientiert und in Abhängigkeit des Schweregrades der Erkrankungen zentral zu managen ist. Auch der Aspekt einer heimatnahen Unterbringung ließ sich dabei berücksichtigen. „Auf diese Weise ist es während der Pandemie gelungen, die Überlastungen einzelner Kliniken zu vermeiden und deren Kapazitäten bedarfsgerecht anzupassen. Dieses erfolgreiche Vorgehen ist einer der Gründe, warum die Hochschulmedizin Dresden mit ihrem Projektantrag erfolgreich war. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist, dass die Hochschulmedizin Dresden mit dem ZEGV bereits seit gut zehn Jahren über eine Forschungsinstitution verfügt, die evidenzbasierte Konzepte der Gesundheitsversorgung auf hohem wissenschaftlichen Niveau entwickeln und evaluieren kann“, fährt Prof. Albrecht fort.

Weiterführende Informationen
„Zentrale Krankenhaus-Leitstelle Corona Dresden/Ostsachsen“
https://www.uniklinikum-dresden.de/de/das-klinikum/jahresberichte/corona-jahresbericht_uniklinikum_2020_kurz.pdf

COVID-19: Dresdner Informations- und Prognosetool für Erkrankungsverlauf und Bettenauslastung in Sachsen“ (DISPENSE):
https://www.uniklinikum-dresden.de/de/das-klinikum/universitaetscentren/zegv/news/projektstart-dispense

Pressemitteilung des Bundesforschungsministeriums:
https://www.bmbf.de/de/karliczek-netzwerk-universitaetsmedizin-startet-vertiefte-forschungsarbeit-zu-covid-19-12649.html

Kontakte für Journalisten
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Prof. Dr. med. Michael Albrecht
Medizinischer Vorstand
E-Mail: vorstandsbuero@uniklinikum-dresden.de

Prof. Dr. med. Jochen Schmitt
Direktor des Zentrums für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV)
www.uniklinikum-dresden.de/zegv

 

Die Deutschen Universitätsklinika
sind führend in der Therapie komplexer, besonders schwerer oder seltener Erkrankungen. Die 34 Einrichtungen spielen jedoch als Krankenhäuser der Supra-Maximalversorgung nicht nur in diesen Bereichen eine bundesweit tragende Rolle. Die Hochschulmedizin ist gerade dort besonders stark, wo andere Krankenhäuser nicht mehr handeln können: Sie verbindet auf einzigartige Weise Forschung, Lehre und Krankenversorgung. Die Uniklinika setzen federführend die neuesten medizinischen Innovationen um und bilden die Ärzte von morgen aus. Damit sind „Die Deutschen Universitätsklinika“ ein unersetzbarer Impulsgeber im deutschen Gesundheitswesen. Der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) macht diese besondere Rolle der Hochschulmedizin sichtbar. Mehr Informationen unter:
www.uniklinika.de

Spitzenmedizin für Dresden: Uniklinikum in deutschem Krankenhaus-Ranking auf Platz 2
Deutschlands größter, im Oktober 2019 zum achten Mal erschienener Krankenhausvergleich des Nachrichtenmagazins „Focus“ bescheinigt dem Universitätsklinikum Carl Gustav Dresden (UKD) eine hervorragende Behandlungsqualität. Die Dresdner Hochschulmedizin erreichte in diesem Jahr erneut Platz zwei im deutschlandweiten Ranking. Dies ist ein weiterer Beleg für die überdurchschnittliche Qualität der 21 Kliniken des UKD. Eine Vielzahl an Ärzten hatten Kliniken aus ganz Deutschland beurteilt. Hinzu kommen Qualitätsberichte der Kliniken sowie Patientenumfragen der Techniker Krankenkasse.

29 Krankheitsbilder wurden beim Focus-Vergleich für 2020 bewertet. Dabei schaffte es das Dresdner Uniklinikum mit 16 Indikationen jeweils in die Spitzengruppe. Top-Noten gab es für folgende Kliniken: Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Brustkrebs), Dermatologie (Hautkrebs), Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie (Darmkrebs, Gallenblasen-Operationen), Medizinische Klinik I (Darmkrebs, Leukämie), Neurochirurgie (Hirntumoren), Urologie (Prostatakrebs), Medizinische Klinik III (Diabetes), Psychotherapie und Psychosomatik (Angststörungen, Depression), Psychiatrie und Psychotherapie (Depression), Neurologie (Parkinson, Schlaganfall, Multiple Sklerose), sowie das UniversitätsCentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie (Endoprothetik, Unfallchirurgie, plastische-rekonstruktive Chirurgie).

Tom Gehre behält die Landkarte mit den Krankenhäusern der Region und den Belegungslisten fest im Blick. Der eigentlich in der Chirurgischen Notaufnahme des Uniklinikums tätige Krankenpfleger ist einer der Lagedienstführer, die zusammen mit den Disponenten rund um die Uhr das zentrale Vergabesystem betreuen. Fotos: Uniklinikum / Holger Ostermeyer

Prof. Jochen Schmitt, Direktor des Zentrums für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV). Foto: TU Dresden / Stephan Wiegand