Universitätsmedizin Mainz als erstes Zentrum für Personalisierte Onkologie in Rheinland-Pfalz zertifiziert

(Mainz, 07. Februar 2024, nh) Die Deutsche Krebsgesellschaft hat das neu gegründete Zentrum für Personalisierte Onkologie (ZPO) der Universitätsmedizin Mainz zertifiziert. Das in die Strukturen des Universitären Centrums für Tumorerkrankungen (UCT) Mainz eingebettete neue Zentrum ist ein weiterer Meilenstein zur Verbesserung der Versorgung von Tumorpatient:innen in Rheinland-Pfalz. Ziel ist es, Betroffene mit einer Krebserkrankung eine bestmögliche individuelle Behandlung zu ermöglichen. Dies basiert auf einem detaillierten Verständnis von Mechanismen der Tumorentstehung. Das ZPO ist das erste zertifizierte Zentrum dieser Art in Rheinland-Pfalz und eines von 16 zertifizierten Zentren für personalisierte Medizin in Deutschland, die diese komplexen Untersuchungen mit direkten Empfehlungen für Patientinnen und Patienten anbieten.

Jeder Tumor ist anders. Deshalb erweisen sich Therapien bei Krebserkrankten auch als unterschiedlich wirksam. Die Personalisierte Onkologie widmet sich den Besonderheiten eines jeden Tumors sowie jedes Betroffenen, um individuell die optimale Behandlung auszuwählen. Das ist insbesondere von Vorteil, wenn die Möglichkeiten der Standardtherapien erschöpft sind oder wenn bei seltenen Krebserkrankungen solche noch nicht vorhanden sind.

„Unser UCT Mainz zählt bereits seit 2016 zu den 15 Onkologischen Spitzenzentren der Deutschen Krebshilfe. Wir sind stolz, dass das am UCT Mainz neu gegründete Zentrum für Personalisierte Onkologie Mainz (ZPO) die anspruchsvollen Zertifizierungskriterien der Deutschen Krebsgesellschaft erfüllt hat und als erstes Zentrum für Personalisierte Medizin – Onkologie in Rheinland-Pfalz erfolgreich zertifiziert wurde“, betont der Leiter des UCT Mainz, Univ.-Prof. Dr. Thomas Kindler.

Auch der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, 
Univ.-Prof. Dr. Ralf Kiesslich, freut sich über die Zertifizierung des neu gegründeten ZPO Mainz: „Maßgeschneiderte Therapien erfordern ein hohes Verständnis für Krankheitsbilder, Wirkstoffmechanismen und modernste klinische Technik. Das Zentrum für Personalisierte Onkologie belegt mit seiner Zertifizierung, dass es in diesem anspruchsvollen Bereich eine herausragende Arbeit leistet. Durch diese Kompetenz können wir unseren Patientinnen und Patienten personalisierte Spitzenmedizin anbieten.“

Das ZPO Mainz erstellt für Tumorpatient:innen individualisierte Behandlungspläne, die auf spezifische genetische Veränderungen der Zellen und andere Tumormerkmale jedes einzelnen Betroffenen abgestimmt sind. Basis dessen ist das sogenannte „Next Generation Sequencing“ (NGS), das im Institut für Pathologie der Universitätsmedizin Mainz durchgeführt wird. Mit dieser komplexen molekularen Diagnostikmethode lässt sich das Tumorgewebe genetisch analysieren und individuelle Veränderungen des Tumors identifizieren. Die so erzielten Erkenntnisse können Auskunft darüber geben, ob der Tumor des jeweiligen Erkrankten auf ein bestimmtes Medikament ansprechen würde. Dadurch kann das Behandlungsteam den individuell wirksamsten Therapieansatz mit den minimalsten Nebenwirkungen auswählen. „Unser Ziel ist es, den Patientinnen und Patienten den Zugang zu dieser molekularen Diagnostik zu erleichtern und somit innovative, personalisierte Behandlungsoptionen zu ermöglichen. Dazu gehört auch, klinische Studien für die Betroffenen zu identifizieren und einfacher zugänglich zu machen“, so Dr. Alexander Desuki, Sprecher des Zentrums für Personalisierte Onkologie der Universitätsmedizin Mainz.

Um die Krebspatient:innen personalisiert und auf Basis der aktuellen Forschung behandeln zu können, sind ein intensiver Austausch und eine enge Vernetzung von Expertinnen und Experten aus vielen Fachbereichen notwendig. Essentiell für den Behandlungserfolg ist ein gemeinsames „Molekulares Tumorboard“. Dieses befasst sich insbesondere mit komplexen Fällen, bei denen leitlinienbasierte Therapien fehlen oder ausgeschöpft sind. Dabei ist ein interdisziplinäres Expertenteam aus Ärzt:innen und Wissenschaftler:innen notwendig, um die umfassenden Daten zu erheben, korrekt zu bewerten und individuelle Behandlungen zu entwickeln. Innerhalb des ZPO Mainz kooperieren daher 23 Fachabteilungen der Universitätsmedizin Mainz.

Die Zentren für Personalisierte Medizin werden im Rahmen des Innovationsfond-Projekts des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) „DNPM – Deutsches Netzwerk für Personalisierte Medizin“ eingerichtet. Das ZPO Mainz ist in diese bestehende onkologische Versorgungsstruktur bereits integriert. In Zusammenarbeit mit den anderen Zentren des DNPMs erarbeitet das ZPO Mainz eine fortlaufende Wissensgenerierung für personalisierte Therapien.

Das Förderprojekt „Deutsches Netzwerk für Personalisierte Medizin“ (DNPM) ist mit insgesamt rund 21 Millionen Euro das höchste geförderte Projekt der G-BA und läuft für vier Jahre. Das bundesweite Projekt, das die Universitätsmedizin Mainz mit rund 1,7 Millionen Euro fördert, vereint die nationalen universitären Krebszentren, die Comprehensive Cancer Center (CCC) und die Zentren für Personalisierte Medizin.

Weitere Informationen:


https://innovationsfonds.g-ba.de/projekte/neue-versorgungsformen/dnpm-deutsches-netzwerk-fuer-personalisierte-medizin.419

https://www.unimedizin-mainz.de/uct/das-uct-mainz/zentrum-fuer-personalisierte-onkologie.html

 

Kontakt:


Univ.-Prof. Dr. Thomas Kindler, Universitäres Centrum für Tumorerkrankungen, Universitätsmedizin Mainz, E-Mail thomas.kindler@unimedizin-mainz.de

Dr. Alexander Desuki, Universitäres Centrum für Tumorerkrankungen,
 Universitätsmedizin Mainz, E-Mail alexander.desuki@unimedizin-mainz.de

Pressekontakt:


Dr. Natkritta Hüppe, Stabsstelle Unternehmenskommunikation, Universitätsmedizin Mainz,
 E-Mail pr@unimedizin-mainz.de

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich mehr als 345.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Mehr als 3.500 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 670 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 8.700 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de.