Mut zur Zweitmeinung – Fallzahl mit entscheidend für Heilungs- und Überlebenschancen

Erkrankungen und Funktionsstörungen des oberen Verdauungstraktes sind sehr häufig und machen bis zu 50 Prozent aller Magenbeschwerden aus. Nicht selten stellt dabei sowohl die exakte Diagnosestellung als auch die Therapieplanung eine besondere Herausforderung dar. Aufgrund erhöhter Nachfrage hat die Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Klinikum Südstadt jetzt ihre Sprechstunden im Magen- und Speiseröhrenzentrum ausgeweitet.
Ein Großteil der Patienten kommt bereits jetzt aus entfernteren Regionen. Inzwischen werden in den zertifizierten Zentren am Südstadtklinikum die meisten Operationen an der Bauchspeicheldrüse, der Speiseröhre und im Rahmen der Adipositaschirurgie in MV durchgeführt.

„Das Magen- und Speiseröhrenzentrum ist mit den Jahren gewachsen und mittlerweile eines der modernsten Zentren in diesen Bereich“, sagte der Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Prof. Dr. Kaja Ludwig. „Wir werden deshalb die Spezialsprechstunde ausweiten und somit mehr Patienten die Möglichkeit geben, sich bei uns mit ihrer Erkrankung vorzustellen oder sich eine Zweitmeinung von Experten einzuholen.“ Wissenschaftliche Studien sowie Untersuchungen der großen Krankenkassen wie der AOK und Barmer haben zudem eindeutig gezeigt, dass komplexe chirurgische Eingriffe in zertifizierten Kliniken mit hohen Fallzahlen durchgeführt werden sollten. Diese ermöglichen eine bessere Behandlungsqualität, weniger Komplikationen und eine höhere Heilungschance bei einer geringeren Sterblichkeitsrate.
„Die Zeit für eine Zweitmeinung und selbst längere Anfahrtswege zum Krankenhaus können Leid ersparen und Leben retten“, unterstrich Ludwig.

Immer mehr Krebserkrankungen an der Speiseröhre
Krebserkrankungen an der Speiseröhre nehmen zu, obwohl die Fallzahlen im Vergleich zu anderen Magenerkrankungen insgesamt immer noch gering sind und daher nur wenige Zentren die notwendigen Mindestfallzahlen aufweisen können. So erkranken beispielsweise bundesweit ca. 6.000 Personen jährlich neu an Speiseröhrenkrebs, davon werden etwa 4.000 operativ behandelt. Dabei sind Männer drei- bis viermal häufiger betroffen als Frauen.

Eingriffe an der Speiseröhre gelten als Königsdisziplin in der Bauchchirurgie, weil diese anspruchsvoll zu operieren ist. Das Südstadtklinikum ist seit Jahren auf komplizierte Operationen an der Speiseröhre spezialisiert und setzt dafür minimalinvasive endoskopische Techniken sowie ein begleitendes Fluoreszenz-Verfahren ein, mit dem die Durchblutung nach der Entfernung von Gewebeteilen während des Eingriffes laufend kontrolliert werden kann. Diese schonende Operationsweise verhindert Nahtbrüche und Heilungsstörungen.

Die Spezialsprechstunde des Magen- und Speiseröhrenzentrums am Klinikum Südstadt Rostock mit Chefarzt Prof. Dr. Kaja Ludwig, Oberarzt Dr. Uwe Scharlau und Oberärztin Dr. Sylke Schneider-Koriath findet immer mittwochs von 13.00 bis 15.00 Uhr oder nach Vereinbarung statt. Termine können telefonisch vereinbart werden (0381-4401 4290).

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Mehr Zeit für Patienten, die vor einem größeren Eingriff stehen. Das Klinikum Südstadt bietet regelmäßige Sprechzeiten an, auch für Zweitmeinungen.
Aufklärung steht an erster Stelle – Dr. Sylke Schneider-Koriath bespricht mit einem Patienten das weitere Vorgehen in der Therapie.
Chefarzt Professor Dr. Kaja Ludwig empfiehlt allen Patienten, sich für komplexe Operationen nach spezialisierten und zertifizierten Zentren zu erkundigen.