Drei Neurologen aus Medical Park Kliniken in Berlin und Bad Camberg haben entscheidend an der Verbesserung der Notfallversorgung bei Schlaganfällen mitgewirkt. Heute profitieren sie als Spezialisten für Rehabilitation von ihrer eigenen Forschung.

Berlin, 23.03.2021: Spezielle Rettungswägen können Patient*innen nach einem Schlaganfall schwere Behinderungen ersparen, so eine aktuelle Studie im renommierten JAMA-Magazin. Erst-Autor Prof. Dr. med. Dr. phil. Martin Ebinger, Chefarzt der Neurologie im Medical Park Berlin Humboldtmühle, Co-Autor PD Dr. med. Alexander Kunz, ebenfalls in Berlin als Oberarzt tätig, und Panagiotis Kostopoulos, Chefarzt der Neurologie im Medical Park Bad Camberg, haben die Entwicklung dieser Mobile Stroke Units (MSU) in den letzten fünfzehn Jahren entscheidend mit geprägt. Heute ernten sie die Früchte ihrer Arbeit am anderen Ende der Behandlungskette: nämlich als Spezialisten in der neurologischen Rehabilitation. Denn die vollständige Genesung von einem Schlaganfall verlangt häufig eine multiprofessionelle Rehabilitation, die sich lückenlos an die Behandlung im Akutkrankenhaus anschließt.

Mobile Stroke Units als Game Changer in der Schlaganfall-Behandlung
Mobile Stroke Units spielen bei der Erstbehandlung eine wesentliche Rolle. Denn jede Minute nach einem Schlaganfall sterben unbehandelt knapp zwei Millionen Nervenzellen im Gehirn. Ein kurzes Zeitfenster entscheidet also, ob die Patient*innen sich wieder erholen oder zu Pflegefällen werden. Wird ein Schlaganfall innerhalb der „Golden Hour“, der ersten Stunde nach Auftreten der typischen Symptome, fachgerecht behandelt, sind die Langzeitfolgen deutlich geringer. EineMSU ist ein besonderer Rettungswagen zur effizienten Versorgung von Schlaganfallpatient*innen. Allein in Berlin gibt es drei solcher Fahrzeuge, die mit einem CT-Gerät, Labortechnik und Telemedizin ausgestattet sind. DieMSU erlaubt es, noch vor dem Transport in die Klinik mit einer gerinnselauflösenden Therapie, der Thrombolyse, zu beginnen. Eine aktuell im JAMA-Magazin veröffentlichte Studie von Prof. Ebinger und Prof. Heinrich J. Audebert belegt erstmals, dass Schlaganfall-Patient*innen seltener mit schwerwiegenden Beeinträchtigungen oder Behinderungen zu kämpfen hatten, wenn eine MSU zur Verfügung stand. „Beim Einsatz eines normalen Rettungswagens verstreicht die Transportzeit und die Aufnahme in der Klinik mehr oder weniger ungenutzt. In einer MSU hingegen könnten Notärzte bereits vor der Haustüre der Betroffenen die Diagnose stellen und nach der Computertomographie mit der Lyse, der Auflösung des Gerinnsels, beginnen. Das bringt den Patient*innen einen relevanten Zeitvorteil“, so Ebinger. „Lokalisieren die Ärzte zudem einen großen Gefäßverschluss, können sie die Klinik vorab von der MSU aus informieren. Damit lässt sich dort alles für eine mechanische Wiedereröffnung mittels Kathetertechnik vorbereiten.“ Je früher die Gefäße wieder geöffnet werden, umso geringer die Langzeitschäden und umso besser die Chancen auf eine vollständige Rekonvaleszenz.

Patient*innen ernten in der Reha die Früchte einer Behandlung in einer MSU
„Ich habe mehr als zehn Jahren daran geforscht, die Notfallversorgung nach einem Schlaganfall zu verbessern. Heute ernte ich als Chefarzt in der neurologischen Rehabilitation, quasi am Ende der Behandlungskette, die Früchte dieser Arbeit für unsere Patient*innen“, informiert Ebinger. Durch die schnelle Behandlung in der „Golden Hour“ führt der MSU-Einsatz langfristig auch zu Erfolgen der Frührehabilitation von Schlaganfallpatient*innen. „Dank der MSU sehen wir in Berlin immer mehr Menschen, die mit einer sehr guten Prognose in die Reha kommen. Viele finden ohne Langzeitfolgen wieder in ihr Leben zurück“, bestätigt auch PD Dr. Alexander Kunz, Oberarzt im Medical Park Humboldtmühle, und MSU-Notarzt in Berlin.Ebenso profitieren Patient*innen mit schwersten neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose (MS), Schädigungen des zentralen (z.B. durch Unfälle) und peripheren Nervensystems (z.B. Guillain Barré Syndrom, kurz GBS) von einer gezielten und qualitativ hochwertigen Frührehabilitation. „In unseren neurologischen Fachkliniken möchten wir unsere Patient*innen in ihr altes Leben zu-rückführen und sie dabei unterstützen, ihre verlorenen Fähigkeiten wiederzuerlangen oder –wo dies nicht mehr möglich ist –ihnen beibringen, sich der neuen Situation bestmöglich anzupassen“, führt Panagiotis Kostopoulos aus. Er gehörte zu der Forschungsgruppe im Saarland, die weltweit erstmals eine Thrombolyse an Bord einer MSU durchführte. Ärzt*innen, Pflegekräfte und Therapeut*innen in den spezialisierten Fachklinken für neurologische Rehabilitation der Medical Park Gruppe orientieren sich an den individuellen Bedürfnissen der Patient*innen und folgen modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen, um die Leistungsfähigkeit des Gehirns wieder-herzustellen und den Patient*innen wieder einen weitgehend selbständigen Alltag zu Hause zu ermöglichen. „Dass wir gleich drei Mal Expertise zum Thema der MSU in den Medical Park Kliniken vorzuweisen haben, zeigt, wie die althergebrachten Grenzen zwischen Akut-und Rehamedizin heutzutage verschwinden“, ergänzt Ebinger mit einem Augenzwinkern.

Mehr Infos auch unter www.medicalpark.de