Die Ambulanz ist Teil der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie und ist spezialisiert auf die Behandlung von Erwachsenen, die Opfer einer Gewalttat geworden sind.

Görlitz, 05.03.2024. Anna M. saß am frühen Abend an einer Bushaltestelle. Die 26-Jährige scrollte sich durch die Nachrichten auf ihrem Handy und hörte dabei über Kopfhörer ihre Lieblingsmusik. Plötzlich riss ihr jemand das Telefon aus der Hand und sie spürte einen Schlag auf den Kopf, so dass sie von der Bank rutschte. Völlig überrascht riss sie ihre Arme vors Gesicht. Sie spürte Schläge und Tritte gegen ihren Körper. Das Ganze dauerte schmerzhaft lange Minuten. Anna zog sich mehrere ernste Verletzungen zu. Sie wurde im Krankenhaus behandelt. Zuhause tauchten die Erinnerungen an das Geschehene immer wieder ungewollt auf, manchmal in Form von Alpträumen. Sie schlief nicht mehr gut, ihre Stimmung verschlechterte sich. Sie bekam Angstzustände und Panikattacken. Die junge Frau traute sich nicht mehr allein auf die Straße. An Arbeit war nicht zu denken. Immer wieder fragte sie sich, ob sie etwas anders hätte machen können, um den Angriff zu verhindern. Sie schämte sich, dass ihr so etwas passiert ist.

Opfer von Gewalttaten leiden – oft monatelang, manchmal sogar viele Jahre. Eine schnelle Hilfe ist enorm wichtig. Betroffene wie Anna M. können sich ab sofort an die Traumaambulanz für Erwachsene im Städtischen Klinikum Görlitz wenden. Die Einrichtung ist seit dem 1. Januar 2024 offiziell tätig. Sie bietet schnelle und qualifizierte psychologische und psychotherapeutische Unterstützung für Personen, die Opfer einer Gewalttat wurden. „Dies können Opfer der Gewalttat selbst sein, Angehörige, dem Gewaltopfer nahestehende Personen oder Hinterbliebene“, sagt Psychotherapeutin Katharina Möbius. Sie leitet die Traumaambulanz als Teil der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie des Görlitzer Klinikums.

Erwachsene erhalten bis zu 15 Therapiestunden, in denen je nach Bedarf psychologische, psychotherapeutische Diagnostik, Beratung, Unterstützung und Akutbehandlung geleistet wird. Die Versorgung in der Traumaambulanz findet im Rahmen des so genannten Opferentschädigungsgesetzes (OEG) statt, das Entschädigungsleistungen für Opfer von Gewalttaten regelt. „Es ist wichtig, dass Betroffene einen schnellen, unbürokratischen Zugang zu Hilfe erhalten. So besteht die Chance zu verhindern, dass die Beschwerden chronisch werden und langfristige Behandlungen folgen“, sagt Katharina Möbius.

Die Traumaambulanz im Görlitzer Klinikum ist im Kompetenzzentrum für Traumaambulanzen in Sachsen registriert. Mit Görlitz gibt es im Freistaat nun sechs solche Einrichtungen (Dresden, Chemnitz, Leipzig, Zschadraß und Glauchau). Für die Leitende Oberärztin der Klinik, Sina Ulrich, spielt dieses Versorgungsangebot in der Region eine wichtige Rolle. „Wir bekommen viele Anfragen. Wir werden in den kommenden Wochen sehen, wie groß der Bedarf und die Inanspruchnahme des Angebotes tatsächlich sein werden.“ Das Einzugsgebiet ist mit dem gesamten Landkreis und darüber hinaus entsprechend groß. Die Fahrtkosten können vom Kommunalen Sozialverband Sachsen (KSV) übernommen werden.

Die Traumaambulanz im Klinikum Görlitz ist montags-freitags von 08:00-12:00 und 13:00-14:30 Uhr telefonisch erreichbar. Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter für Nachrichten geschaltet. Sie können auch gern E-Mail schicken: traumaambulanz@klinikum-goerlitz.de

 

Katja Pietsch, M. A.


Pressesprecherin & Leiterin Unternehmenskommunikation

Städtisches»Klinikum Görlitz gGmbH

Girbigsdorfer Str. 1 – 3

02828 Görlitz

Mail pietsch.katja@klinikum-goerlitz.de, presse@klinikum-goerlitz.de

Internet: www.klinikum-goerlitz.de

Blog https://blog.klinikum-goerlitz.de/

Social Media:


Facebook http://www.facebook.com/StaedtischesKlinikumGoerlitz

Instagram https://www.instagram.com/klinikumgoerlitz/

LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/städtisches-klinikum-görlitz-ggmbh

Xing: https://www.xing.com/pages/stadtischesklinikumgorlitzggmbh