Ausbildung für OP- und Anästhesie-Assistenten zukunftsorientiert ausgerichtet

Bildungsakademie der Unimedizin Rostock führt integriertes Lernen ein

Rostock – Die Erfahrung hat gezeigt – ohne Praxis geht es nicht. Die Bildungsakademie der Universitätsmedizin Rostock hat die Ausbildung an der eigenen Schule für Operationstechnische- und Anästhesietechnische Assistenten methodisch neu ausgerichtet. Damit der medizinische Nachwuchs während des wiederholten Lockdowns auch weiterhin nach Vorgaben des Rahmenlehrplans ausgebildet werden kann, wurde der Unterricht an das sogenannte integrierte Lernen (auch blended learning) angepasst. Distanzunterricht wird dabei mit Präsenzlehre kombiniert. „Für die Ausbildung von unseren beiden Berufen ist praktischer Unterricht enorm wichtig“, begründet Niels Behlau, Medizinpädagoge und Schuldirektor der Bildungsakademie, die Entscheidung. Beispielsweise die Einhaltung der hygienischen Arbeitsweisen im OP, das Handling mit Instrumenten, das Vor- und Nachbereiten von Operationen und die Vorgehensweisen zu unterschiedlichen Narkoseverfahren können sich die Auszubildenden nicht aus der Ferne aneignen: Dafür müssen sie in die operativen und anästhesiologischen Bereiche.

Der Leiter der Bildungsakademie hatte bereits während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 die nötige Technik angeschafft und Lehrkräfte wurden geschult, so dass erste Veranstaltungen in kleinen Gruppen per Online-Lehre stattfinden konnten. Auch nach dem Lockdown plant er, für einzelne Lehrveranstaltungen weiterhin auf das Modell zurückzugreifen. „Mit unserer zukunftsorientierten Ausrichtung bleiben wir wettbewerbsfähig und die Ausbildung wird für junge Leute attraktiver“, erklärt Behlau. Für nebenberufliche Lehrkräfte sei die Fernlehre von Vorteil, weil sie auf den weiten Anfahrtsweg verzichten können.

Auf Schwierigkeiten hingegen trifft die Bildungsstätte bisher bei den Leistungsnachweisen. Nach der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung sind schriftliche, mündliche und praktische Noten zu vergeben. „Wenn wir mit neuen Lehrformaten arbeiten wollen, sollten die Lernerfolgskontrollen allein bei den Schulen liegen“, kritisiert Behlau, ist jedoch zuversichtlich: „Eine Kombination von zukunftsorientierten Lehrmethoden bereichert die Gesundheitsberufe.“

Anästhesietechnische Assistenten betreuen Patienten vor, während und nach der Narkose, bei Untersuchungen und in der Notaufnahme. Eingesetzt werden sie im OP, Aufwachraum sowie in der Schmerzambulanz, Notaufnahme, Endoskopie und Zentralsterilisation und stehen den Anästhesisten und anderen Ärzten zu Seite. Ein Operationstechnischer Assistent stellt den OP-Ablauf sicher und übernimmt die Instrumentation in den verschiedenen chirurgischen Fachbereichen. Eine fachkundige Vor- und Nachbereitung des Operationssaals, die Wiederaufbereitung der Instrumentarien, sachgerechter Umgang mit medizinischen Apparaten und Materialien und die Umsetzung der Hygienerichtlinien gehören zum beruflichen Alltag einer Operationstechnischen Assistenz.

 

 

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