„Künstliches Auge“ hilft bei der Früherkennung von Darmkrebs – Premiere im Saarland: CaritasKlinikum Saarbrücken investiert in Künstliche Intelligenz bei Darmspiegelungen.

Das CaritasKlinikum Saarbrücken St. Theresia setzt neuerdings Künstliche Intelligenz (KI) in der Endoskopie ein. Während einer Darmspiegelung (Koloskopie) unterstützen selbstlernende KI-Systeme den Arzt bei der Erkennung von Polypen. Sie arbeiten dabei wie ein zusätzlicher Beobachter, markieren und analysieren Veränderungen der Darmschleimhaut visuell auf einem Bildschirm. Trainiert wurden die KI-Systeme durch eine gigantische Bilddatenbank. Das „künstliche Auge“ erkennt deutlich mehr Auffälligkeiten, wie zum Beispiel Polypen, die bei der Koloskopie gleich entfernt werden können.

Bei einer Darmspiegelung ist es enorm wichtig, möglichst alle verdächtigen Schleimhautveränderungen zu entdecken und abzutragen. Denn aus den Polypen im Darm können später bösartige Tumore werden. Der Erfolg des Eingriffs hängt sehr von der Erfahrung und der Aufmerksamkeit des Untersuchungsteams ab. KI unterstützt den Untersucher hierbei. Durch die KI-Software werden Bilder der Darmspiegelung bereits während der Betrachtung auf dem Monitor laufend analysiert und verdächtige Veränderungen angezeigt (siehe Foto). Dies tun sie, in dem sie während der Darmspiegelung Bilder aus dem Inneren des Darms in hundertfacher Vergrößerung an einen Computer senden. Auf dem Bildschirm zeigt dann eine farbige Markierung an, wo man genauer hinschauen muss und weist den Untersucher auf diesem Wege auf mögliche Krebsvorstufen hin. Die modernsten Systeme helfen dabei sogar bei der Einschätzung des Entartungsrisikos: Bei harmlosen Veränderungen kann so in Zukunft ein Eingriff potenziell vermieden werden.

„Eine weitere Qualitätsverbesserung in der Krebsfrüherkennung und eine Unterstützung selbst für den besten Arzt“, bringt es Professor Manfred Lutz, Chefarzt der Gastroenterologie am CaritasKlinikum, auf den Punkt. „Das zusätzliche künstliche Auge ermüdet nicht und sieht noch zuverlässiger kleinste Stellen in der Darmwand, die selbst geübte Ärzte manchmal übersehen könnten. Mehrere Studien zeigen, dass mit Hilfe dieser Technik vor allem bei weniger erfahrenen Untersuchern mehr Polypen gefunden werden“, so Lutz. Im CaritasKlinikum Saarbrücken soll das KI-System deshalb vor allem bei der Ausbildung junger Untersucher eingesetzt werden. Eine aktuelle Untersuchung an über 1000 Patienten konnte zeigen, dass die Erkennung vor allem kleiner Polypen von 28 auf 34 Prozent gesteigert wird.

„Patienten merken keinen Unterschied zur herkömmlichen Darmspiegelung, im praktischen Ablauf ändert sich nichts“, konstatiert Dr. Jochen Theobald, Stellvertretender Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie. Er verweist auf die Gefahr unerkannter Veränderungen der Darmschleimhaut, denn das im Raum stehende kolorektale Karzinom sei die zweithäufigste Tumorerkrankung in Deutschland. Die Künstliche Intelligenz (KI) bedeute für Patientinnen und Patienten deutlich mehr Sicherheit bei der Krebsfrüherkennung.

Im Lauf des Lebens erkrankt in Deutschland jeder 15. Mann und jede 18. Frau an einem kolorektalen Karzinom (Darmkrebs). Mit dem Alter steigt auch das Erkrankungsrisiko, weswegen ab 50 Jahren Vorsorgeuntersuchungen empfohlen werden. Die Vorsorgekoloskopie ist in vielen westlichen Ländern als Standardverfahren mit dem größten Nutzen etabliert. Sie wird in Deutschland von den Krankenkassen bei Männern ab 50 Jahren und bei Frauen ab 55 Jahren erstattet und hat zu einer erheblichen Senkung der Krebshäufigkeit und der Sterblichkeit an Darmkrebs geführt.

 

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Foto – Untersuchung: Professor Lutz
Portraitfoto von Professor Lutz: Iris Maurer