Gynäkologische Psychosomatik am Universitätsklinikum Bonn hilft Patientinnen mit PMDS

Bonn, 18. März 2021 – In der Zeit vor und während der Periode erleben die meisten Frauen Schmerzen und psychische Veränderungen. Doch was tun, wenn vor allem die psychischen Symptome so stark sind, dass nichts mehr hilft? Dr. Andrea Hocke, Leiterin der Gynäkologischen Psychosomatik am Zentrum für Geburtshilfe und Frauenheilkunde des Universitätsklinikum Bonn (UKB) und ihr Team betreuen Frauen mit psychischen Belastungen oder Störungen, zum Beispiel im Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen, aber auch mit Belastungen in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Krebserkrankungen oder Sexualstörungen.

Dr. Andrea Hocke erhält Zuschriften aus ganz Deutschland – von Frauen, die auf der Suche nach Unterstützung bei starken psychischen Veränderungen vor der Periode, der praemenstruell dysphorischen Störung (PMDS), sind. Es handelt sich dabei um eine Störung, die meistens mit psychischen Symptomen wie Depressivität, aber häufig auch ausgeprägter Reizbarkeit verbunden ist. „Soziale Kontakte oder auch das Berufsleben sind zumeist stark beeinträchtigt“, so Dr. Hocke. Eine klare Erklärung für das Krankheitsbild gibt es noch nicht und Frauen mit belastenden psychischen Symptomen finden oftmals nicht den richtigen Ansprechpartner. Die Gynäkologische Psychosomatik am UKB ist eine der wenigen Anlaufstellen bundesweit, an die sich Frauen bei Verdacht auf PMDS wenden können.

Das Gefühl des Ausgeliefertseins, weil keiner helfen kann, verschlimmert oftmals die Symptomatik. Daher ist das Erklären des Krankheitsbildes mit den Zusammenhängen von Körper und Psyche ein zentraler Baustein der Behandlung durch ein Team aus Ärztinnen und Psychologinnen in der Klinik für Gynäkologie und Gynäkologische Onkologie am UKB. „Zunächst bitten wir Frauen immer, drei Monate lang ein Zyklus-Tagebuch auszufüllen, um die Zusammenhänge zwischen psychischer Symptomatik und Zyklusverlauf besser zu erkennen“, erklärt Andrea Hocke.
Möglichkeiten der Selbstfürsorge, Verhaltensänderungen oder das Anwenden von Entspannungsmethoden können in vielen Fällen bereits zu einer deutlichen Entlastung führen. Oftmals ist aber auch die Einnahme der Pille oder eines Antidepressivums zur Behandlung erforderlich. „In der Regel sehen wir eine deutliche Verbesserung der Beschwerdesymptomatik unter diesem multimodalen Behandlungskonzept“, sagt Dr. Hocke. Frauen dabei zu helfen, wieder ein selbstbestimmtes Leben zu führen, ist nicht nur im Fall von PMDS ein wichtiges Ziel der Gynäkologischen Psychosomatik am UKB.

Alle Infos gibt es unter: https://www.gynaekologische-psychosomatik.de/

Bildunterschrift: Dr. med. Andrea Hocke, Leiterin der Gynäkologischen Psychosomatik am Zentrum für Geburtshilfe und Frauenheilkunde des UKB hilft Patientinnen mit PMDS

Bildnachweis: Universitätsklinikum Bonn (UKB)/J.F. Saba

Zum Universitätsklinikum Bonn: Im UKB werden pro Jahr über 400.000 Patienten*innen betreut, es sind über 8.000 Mitarbeiter*innen beschäftigt und die Bilanzsumme beträgt über 1 Mrd. €. Neben den über 3000 Medizin- und Zahnmedizin-Studierenden werden pro Jahr über 500 junge Menschen in anderen Gesundheitsberufen ausgebildet. Das UKB steht im Wissenschafts-Ranking auf Platz 1 unter den Universitätsklinika in NRW, weist den dritthöchsten Case Mix Index (Fallschweregrad) in Deutschland auf und hatte 2019 das wirtschaftlich erfolgreichste Jahresergebnis aller 35 deutschen UKs und die einzige positive Jahres-Bilanz der UKs in NRW.