Die Hals-, Nasen- und Ohrenklinik des CaritasKlinikums Saarbrücken implantiert als erste Klinik im Saarland Zungenschrittmacher-Systeme. Durch Stimulation der oberen Atemwege verhindert diese neuartige Therapie nächtliche Atemaussetzer bei Patienten mit einer obstruktiven Schlafapnoe (OSA).

„Wenn die Zungenmuskulatur sowie das umliegende Gewebe im Schlaf erschlaffen, die oberen Atemwege dadurch teilweise oder sogar komplett zufallen, leidet der Betroffene an einer nächtlichen Atmungsstörung, der sogenannten obstruktiven Schlafapnoe“, erklärt Professor Dr. med. Klaus Bumm, Chefarzt der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik, an dessen Klinik die neuartige Technik verfügbar ist. „Folgen der oft lange unerkannten nächtlichen Schlafstörung ist eine extreme Verkürzung des erholsamen Schlafs. Häufig entstehen in der Folge Tagesmüdigkeit, Depressionen, Zuckerkrankheit sowie Bluthochdruck mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall“, erklärt Professor Bumm.

In Deutschland leiden etwa 4 Millionen Menschen unter einer Schlafapnoe. Von dieser weit verbreiteten Krankheit sind Männer häufiger betroffen als Frauen. Am stärksten gefährdet sind Männer zwischen 40 und 70 Jahren.

„Der Zungenschrittmacher, in der Fachsprache auch Hypoglossus-Stimulator genannt, ist eine Therapieoption für Schlafapnoe-Patienten, die die klassische Therapie mit einer Beatmungsmaske, der CPAP-Therapie, nicht vertragen“, sagt Dr. med. Jeannette Lehmann, leitende Oberärztin der HNO-Klinik. Jeannette Lehmann ist im CaritasKlinikum Saarbrücken die Spezialistin für die Implantation des Schrittmachers und erklärt: „Durch den Zungenschrittmacher wird der Unterzungennerv durch leichte elektrische Impulse stimuliert. Die Zunge bewegt sich dadurch beim Einatmen etwas nach vorne und die Atemwege können nicht mehr zufallen und werden offen gehalten. Die damit verbundenen Atemaussetzer bleiben aus und der Schlafende kann ungehindert atmen und schläft ungestört durch.“ „Auch das Schnarchen wird dadurch positiv beeinflusst, verschwindet leider aber nicht gänzlich“, erläutert Lehmann das im CaritasKlinikum neue Verfahren.

„Weltweit wurden bereits mehr als 10.000 Patienten erfolgreich mit dieser Therapie behandelt, doch in Deutschland gibt es nur wenige Zentren, die diese Therapie anbieten, in unserer Region sind wir derzeit in einem Umkreis von 100 Kilometern die einzigen“, so Jeannette Lehmann. „Die Zungenschrittmacher-Therapie ist jedoch nicht für jeden Patienten geeignet, bestimmte Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Diese überprüfen wir in unserer Schlaf-Sprechstunde“, erläutert Jeannette Lehmann.

„Das Inspire System mit dem sogenannten Zungenschrittmacher wird dem Betroffenen unter Vollnarkose minimal-invasiv, über drei kleine Schnitte implantiert und in der Regel kann der Patient am gleichen Tag normal essen und sprechen“, beschreibt Lehmann das operative Vorgehen.  „Sobald die kleinen Wunden verheilt sind, erfolgt die individuelle Therapieanpassung und der Patient muss lediglich einmal jährlich zur Nachsorge.“ Lehmann erläutert weiter: „Mit einer Fernbedienung können die Patienten den Stimulator für die Nacht ein- und ausschalten sowie innerhalb eines festgelegten Bereiches die Stärke selbst justieren.“

„Bei der Schlafapnoe setzt die Atmung während des Schlafes immer wieder für einige Sekunden aus und das Blut wird nicht ausreichend mit Sauerstoff angereichert“, sagt Jeannette Lehmann. „Das Gehirn reagiert darauf mit einer Alarmreaktion, die dem Ersticken ähnlich ist, und es kommt zur sogenannten Aufweckreaktion, in schweren Fällen bis zu 50-mal pro Stunde“, so Lehmann. „Diese Aufweckreaktionen finden im Schlaf statt und werden von den Betroffenen oft gar nicht bemerkt, verhindern aber einen erholsamen Schlaf“, erläutert Lehmann weiter.  „Die Betroffenen können sich daher tagsüber nicht mehr richtig konzentrieren und es kann zu dramatischen Leistungseinbrüchen kommen. Auch die Lebensqualität ist deutlich eingeschränkt“, erklärt die Spezialistin weiter. „Meist merkt der Partner es vor dem Betroffenen, denn viele Menschen mit einer Schlafapnoe schnarchen laut und machen im Schlaf extrem lange Atempausen“, so Jeannette Lehmann.

Betroffene, die unter einer obstruktiven Schlafapnoe leiden, die CPAP-Maske nicht vertragen und sich über einen Schrittmacher informieren möchten, können gerne einen Beratungstermin in unserer Schlaf-Sprechstunde vereinbaren.

Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.caritasklinikum.de/kliniken-zentren/fachabteilungen-st.-theresia/halsnasenohrenheilkunde/krankheitsbilder-leistungsspektrum#accordion-3000783)

Fotos: Prof. Bumm &  Dr. Lehmann: Iris Maurer

 

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