zur Pressekonferenz des BMBF von heute, 10. März, 11:30 Uhr

 Großartiger Erfolg:

Tübingen wird Standort des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit

Optimale Forschungsbedingungen zu schaffen, um Volkskrankheiten zu bekämpfen, ist ein zentrales Anliegen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Mit ihrer Bewerbung als Standort des neuen Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit konnten die Wissenschaftler des Zentrums für Psychische Gesundheit am Universitätsklinikum und der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen zusammen mit weiteren Tübinger Kooperationspartnern die Ausschreibung für sich entscheiden. Dies gab Bundesforschungsministerin Anja Karliczek heute in einer Pressekonferenz bekannt.

Professor Michael Bamberg, Leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Tübinger Universitätsklinikums gratuliert zu dem großartigen Erfolg: „Die Bewerbung besticht durch ihre Orientierung am einzelnen psychisch erkrankten Menschen. Der Nutzen für diese Patientinnen und Patienten ist direkt erkennbar.“

Der Antrag des Tübinger Zentrums für Psychische Gesundheit fußt auf drei Pfeiler: Mithilfe von Neuromodulationsverfahren wie der nichtinvasiven Hirnstimulation und dem Neurofeedback sollen sich Hirnfunktionsstörungen normalisieren, die psychischen Erkrankungen zugrunde liegen. Der zweite Schwerpunkt widmet sich der innovativen Weiterentwicklung von psychotherapeutischen Verfahren. Dies kann zum Beispiel durch eine Ergänzung um digitale Komponenten, Trainingsprogramme oder virtuelle Realität geschehen. Für diese beiden therapeutischen Felder ist ein besseres Verständnis der den psychischen Erkrankungen zugrunde liegenden Hirnfunktionsstörungen erforderlich. Dafür müssen komplexeste Daten aus ganz verschiedenen Bereichen wie der klinischen Datenerhebung, der Hirnbildgebung und der Genetik zusammengeführt werden. Dies ist Inhalt der rechnergestützten Psychiatrie, der dritten Forschungssäule des Tübinger Antrags.

„Das Zusammenspiel von Neuromodulation, verstärkter Psychotherapie und rechnergestützter Psychiatrie bildet die Grundlage für eine verbesserte Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen“, erläutert Professor Andreas Fallgatter die überzeugende Tübinger Strategie. „Dies können beispielsweise Depressionen, Psychosen, Sucht- und Angsterkrankungen, Essstörungen und Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) sein“, fügt der Koordinator des Tübinger Zentrums hinzu. Insbesondere geht es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern darum, die verschiedensten zur Verfügung stehenden und neu zu entwickelnden Behandlungen im Bereich der Psychotherapien, aber auch im Bereich der biologischen Behandlungsverfahren, der medikamentösen Ansätze und der psychosozialen Therapien zielgenau im Sinne der personalisierten Behandlung auf einen einzelnen erkrankten Menschen anzupassen. Damit sollen die Therapien wirksamer gemacht und die Dauer von Behandlungen verkürzt werden.

„Gute Zusammenarbeit und Synergieeffekte mit den bereits bestehenden Gesundheitszentren in den Bereichen Demenz, Krebs, Diabetes und Infektionskrankheiten werden dazu beitragen, die Forschung zu und die Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Tübingen auf einem internationalen Spitzenniveau zu halten“, ist sich Professor Bernd Pichler, Dekan der Medizinischen Fakultät sicher. In Tübingen sind bereits vier der sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung etabliert.

Das Zentrum für Psychische Gesundheit am Universitätsklinikum Tübingen ist ein Zusammenschluss der Abteilung Allgemeine Psychiatrie und Psychotherapie, der  Abteilung Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter, der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und dem Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie der Universität Tübingen. Es hat sich in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus der Psychologie, dem Tübinger Neurocampus, dem Hector-Institut für Bildungswissenschaften, der LEAD-Graduiertenschule und Forschungsnetzwerk, dem Leibniz-Institut für Wissensmedien, den Max-Planck-Instituten für Biologische Kybernetik und Intelligente Systeme, dem Exzellenzcluster Maschinelles Lernen, dem Cyber-Valley sowie weiteren Experten erfolgreich in der Ausschreibung für ein Deutsches Zentrum für Psychische Gesundheit beworben.

 


 

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