Tübinger Tropenmedizin trägt Projektverantwortung für zwei globale Zentren für Gesundheit und Pandemievorsorge

Projekte in Vietnam und Gabun widmen sich dem grenzübergreifenden Kampf gegen Infektionskrankheiten

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert insgesamt acht neue globale Forschungs- und Lehrzentren für Gesundheit und Pandemievorsorge sowie für Klima und Umwelt in verschiedenen Entwicklungs- und Schwellenländern. Für ein internationales wissenschaftliches Netzwerk kooperieren die an den lokalen Hochschulen angesiedelten Zentren mit forschungsstarken Partnerinstitutionen in den Industrieländern. Beim Rennen um die erstmalig eingerichteten Pandemiezentren des DAAD konnte das Institut für Tropenmedizin, Reisemedizin und Humanparasitologie der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und des Universitätsklinikums Tübingen mit beiden gestellten Anträgen das internationale Gutachtergremium überzeugen.

Die Eindämmung von Pandemien und des Klimawandels sind weltweite Herausforderungen unserer Zeit, deren grenzübergreifende Erforschung und Bewältigung im Mittelpunkt der neuen internationalen Zentren des DAAD stehen. Für zwei der vier neuen globalen Zentren für Gesundheit und Pandemievorsorge mit Sitz in Vietnam und im zentralafrikanischen Gabun hat sich die Tübinger Tropenmedizin um die Projektleitung beworben und war mit beiden Anträgen erfolgreich. Auch der dritte Antrag für eines der vier neuen globalen Zentren für Klima und Umwelt mit Sitz in Jordanien unter der Projektleitung von Professor Dr. Katja Tielbörger, Direktorin des Botanischen Gartens der Universität Tübingen, mit dem Ziel, Klima- und Landnutzungsanpassungsoptionen für das Jordanbecken effizienter zu unterstützen, konnte sich durchsetzen. Das Auswärtige Amt fördert den Aufbau aller acht Zentren mit 22 Millionen Euro bis 2025.

Projekt „PACE-UP“ in Vietnam (und Region)

Ziel des PACE-UP-Projekts (PAN ASEAN Coalition for Epidemic and Outbreak Preparedness) ist der Aufbau effektiver Systeme und Kapazitäten, die es zukünftig ermöglichen, schnell und erfolgreich auf Infektionskrankheiten mit epidemischem oder pandemischem Potenzial reagieren zu können. Die drei Hauptsäulen des Programms fußen auf der nachhaltigen Aus- und Weiterbildung, der klinischen Forschung zu neu- und wiederauftretenden Infektionskrankheiten sowie auf erweiterten diagnostischen Möglichkeiten und der verbesserten Patientenversorgung. Zu den Hauptmaßnahmen des Projekts zählen die Etablierung eines akademischen PhD-Programms in experimenteller Medizin, die Praktika- und Stipendienvergabe sowie die Entwicklung von aktiven Trainingsworkshops und fachlichen Fortbildungsseminaren.

PACE-UP ist ein multidisziplinäres Konsortium unter der Verantwortung der Universität Tübingen mit dem Vietnamese-German Center for Medical Research (VG-CARE) als Partner. Die Projektleitung übernimmt Professor Dr. Thirumalaisamy P. Velavan vom Tübinger Institut für Tropenmedizin. Das Konsortium besteht aus insgesamt 28 Partnerinstitutionen aus asiatischen, europäischen und afrikanischen Ländern. Dabei basiert das VG-CARE auf einer langjährigen Partnerschaft zwischen dem Universitätsklinikum Tübingen und verschiedenen vietnamesischen Institutionen. Nun dient VG-CARE als eines der Zentren für globale Gesundheit und Pandemieversorgung für die ASEAN-Region (Association of Southeast Asian Nations), von dem aus das PACE-UP-Projekt geleitet wird.

Projekt „CAIDERA“ in Gabun (und zentralafrikanische Region)

Das Centre de Recherches Médicales de Lambaréné (CERMEL) ist das zweite der vier ernannten Zentren für Gesundheit und Pandemievorsorge mit Sitz in Gabun, von dem aus das CAIDERA-Projekt (Central African Infectious Disease and Epidemics Research Alliance) geleitet wird – unter der Verantwortung der Universität Tübingen und dem Institut Pasteur (IP) als Partner in Zusammenarbeit mit weiteren regionalen Forschungs- und Hochschuleinrichtungen. Die Projektleitung obliegt Professor Dr. Steffen Borrmann vom Tübinger Institut für Tropenmedizin. Den Projektschwerpunkt bildet die gemeinsame Durchführung eines Ausbildungs- und Forschungsprogramms zu neu und wieder auftretenden viralen, bakteriellen und parasitären Infektionskrankheiten. Zu den Hauptmaßnahmen gehören unter anderem die Einrichtung eines Masterprogramms am CERMEL, das auf die spezifischen Bedürfnisse der zentralafrikanischen Länder zugeschnitten ist. Dies wird durch ein interdisziplinäres Sandwich-Doktorandenprogramm ergänzt sowie durch Online-Kurse zu neu- und wiederauftretenden Viruserkrankungen und zur Pandemievorsorge. Eine dritte Schlüsselrolle von CAIDERA ist die Koordination und Ausrichtung von Aktivitäten zur Öffentlichkeitsarbeit.

„Ich bin sehr glücklich darüber, dass wir mit beiden beantragten Zentren ausgewählt wurden, denn globale Herausforderungen können nur gemeinsam und international vernetzt bewältigt werden. Mit diesem Ansatz arbeiten und forschen wir als tropenmedizinisches Kompetenzzentrum schon seit Jahren“, so Dr. Dr. Carsten Köhler, Leiter des Kompetenzzentrum Tropenmedizin Baden-Württemberg in Tübingen.

Weitere Informationen zum Projekt „PACE-UP“:

www.vgcare.org
https://www.daad.de/de/der-daad/was-wir-tun/nachhaltigkeit/mensch/tuebingen-hanoi-hochschulpartnerschaft/
https://www.kooperation-international.de/aktuelles/nachrichten/detail/info/deutscher-akademischer-austauschdienst-foerdert-acht-neue-globale-zentren-fuer-klima-und-gesundheit/
https://www.pandora-id.net/

Weitere Informationen zum Projekt „CAIDERA“:

https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/einrichtungen/kliniken/medizinische-klinik/tropenmedizin
https://cermel.org
https://www.pasteur.fr
http://www.cantam.org

 

Medienkontakt

Universitätsklinikum Tübingen
Medizinische Universitätsklinik und Poliklinik
Abteilung VII – Tropenmedizin, Reisemedizin und Humanparasitologie

Projekt PACE-UP
Prof. Dr. Thirumalaisamy P. Velavan
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Projekt CAIDERA
Prof. Dr. Steffen Borrmann
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Abteilung VII – Tropenmedizin, Reisemedizin und Humanparasitologie
Dr. Dr. Carsten Köhler
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