MEDIEN-INFORMATION des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden

 

Wie Telemedizin Schwangeren und kranken Neugeborenen in Ostsachsen hilft
 
  • Mediziner des Uniklinikums koordinieren neues Versorgungsnetz „Sichere Geburt“.
  • Durch wohnortnahe Betreuung und regionale Vorhaltung erforderlicher Expertise sinken die Risiken.
  • Anlässlich des Tags des Frühgeborenen diskutieren Experten die Chancen bei einer Videokonferenz.

     

Zehn Prozent aller Kinder in Deutschland kommen zu früh, also vor der 37. Schwangerschaftswoche, auf die Welt. Ein Prozent der Schwangerschaften endet sogar bereits vor der 32. Woche – Mediziner sprechen dann von extrem zu früh Geborenen. Diese Kinder wiegen unter 1.500 Gramm und benötigen eine besondere medizinische Versorgung. Allein am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden kamen 2019 insgesamt 125 dieser Babys zur Welt. Und insgesamt 20 Prozent aller Neugeborenen – also jedes fünfte Kind – muss nach der Geburt medizinisch betreut werden. Damit diese Kinder in Ostsachsen künftig noch besser behandelt und Familien entsprechend betreut werden, hat das Universitätsklinikum zusammen mit der AOK Plus das Versorgungsnetz „Sichere Geburt: Koordinierte, fächerübergreifende, interdisziplinäre Versorgung Schwangerer, Neugeborener und deren Familien in Ost-Sachsen“ entwickelt. Anlässlich des Internationalen Tags des Frühgeborenen am 17. November 2020 kommen Experten bei einer Videokonferenz zusammen und tauschen sich über Chancen und Möglichkeiten eines solchen Netzwerks aus. 
Der 17. November 2020 ist der internationale Welt-Frühgeborenen-Tag, ein Tag, an dem über Landesgrenzen hinweg die zu frühe Geburt und ihre Folgen thematisiert werden. Das Zentrum für feto-neonatale Gesundheit am Universitätsklinikum Dresden nutzt diesen Tag, um gemeinsam mit seinen Partnern in der Region Ost-Sachsen das Pilotprojekt „Telemedizin-Netz Sichere Geburt“ zu starten. Damit soll künftig hochschulmedizinische Expertise in der gesamten Versorgungsregion Ostsachsen verfügbar gemacht und eine telemedizinische Betreuung von Schwangeren, Früh- und kranken Neugeborenen und deren Familien ermöglicht werden. So sollen unter anderem Kinderärzte in den Partnerkliniken per Videoschaltung unterstützt werden, wenn sie Neugeborene erstversorgen oder nach komplizierten Geburten weiter betreuen. Auch für Familien kranker Neugeborener bietet das Pilotprojekt telemedizinische Angebote zur psychosozialen Unterstützung an. Die entsprechenden technischen und logistischen Voraussetzungen werden derzeit in zwei Pilotkliniken, dem Klinikum Hoyerswerda und der Rehaklinik Bavaria in Kreischa, geschaffen. „Eines von zehn Neugeborenen wird in Deutschland zu früh geboren. Frühgeborene sind damit die größte Kinderpatientengruppe“, sagt Prof. Mario Rüdiger, Direktor des Zentrums für feto-neonatale Gesundheit. „Betroffene Familien und ihre Kinder brauchen eine engmaschige Betreuung auch Jahre nach der Geburt. Nur so erreichen wir, dass diese Kinder gesund aufwachsen.“
Das Engagement der Dresdner trägt bereits Früchte. Der Freistaat Sachsen ist seit vielen Jahren das Bundesland mit der niedrigsten Säuglingssterblichkeit. Dieses Ergebnis ist unter anderem durch eine abgestufte Versorgung mit jeweils einem hochspezialisierten Zentrum und guter Grundversorgung in definierten Regionen begründet. In Dresden und Ostsachsen übernimmt beispielsweise das Universitätsklinikum die Aufgaben von einem der vier sächsischen Level-1-Zentren. Dafür ist es entsprechend ausgerüstet und verfügt über die notwendige Expertise zur Versorgung extrem unreifer Frühgeborener und schwer erkrankter Neugeborener. Die anderen drei Zentren finden sich in Leipzig und Chemnitz. Deutschlandweit erstmalig hat das Zentrum für feto-neonatale Gesundheit nun die Aufgabe, ein Netzwerk aus Krankenhäusern und anderen medizinischen Leistungserbringern in der Region so zu koordinieren, dass optimale Voraussetzungen für eine gesunde feto-neonatale Entwicklung gegeben sind. „Das „Telemedizin-Netz Sichere Geburt“ ist der nächste wichtige Meilenstein bei der Umsetzung der Vision, eine optimale Versorgung Schwangerer und ihrer Neugeborenen in einer ganzen Region sicherzustellen“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand im Uniklinikum Dresden. „Dank unserer Expertise der Hochschulmedizin Dresden in der Versorgung von kranken Neu- und Frühgeborenen sind wir Ansprechpartner für Versorger aus der Region. Durch die Zusammenarbeit stellen wir sicher, dass auch Schwangere und Eltern im ländlichen Raum gut versorgt sind.“
Für das Versorgungsnetz „Sichere Geburt: Koordinierte, fächerübergreifende, inter-disziplinäre Versorgung Schwangerer, Neugeborener und deren Familien in Ost-Sachsen“ haben die Partner eine Förderung über 2,6 Millionen Euro für eine Laufzeit von drei Jahren beantragt, der Start in den Pilotkliniken ist zunächst durch eine Spende von Bild Hilft „Ein Herz für Kinder“ e.V. möglich geworden. Das Versorgungsnetz gewährleistet für Schwangere, Neugeborene und deren Familien in Ost-Sachsen eine grundlegende Versorgungsicherheit und damit die konkrete Umsetzung des Nationalen Gesundheitsziels „Gesundheit rund um die Geburt“ für die kommenden Generationen. Unter anderem sollen eine wohnortnahe Betreuung, regionale Vorhaltung der erforderlichen fachlichen Expertise, eine Risikominimierung während Schwangerschaft, Geburt und Neugeborenenperiode, eine adäquate psychosoziale Unterstützung der Familien sowie prinzipielle Betreuungsgerechtigkeit gewährleistet werden. Bei einem Erfolg des Projektes ist eine Ausweitung auf Sachsen und in andere Bundesländer geplant.
Bildtexte: Prof. Mario Rüdiger, Direktor des Zentrums für feto-neonatale Gesundheit am Uniklinikum Dresden, gibt über Telemedizin-Technik Tipps, wie ein frühgeborenes Kind optimal versorgt wird. Dieses Angebot soll im „Telemedizin-Netz Sichere Geburt“ sachsenweit ausgebaut werden. Fotos: Uniklinikum Dresden / Marc Eisele

Kontakte für Journalisten:
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin
Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin

Die Deutschen Universitätsklinika
sind führend in der Therapie komplexer, besonders schwerer oder seltener Erkrankungen. Die 34 Einrichtungen spielen jedoch als Krankenhäuser der Supra-Maximalversorgung nicht nur in diesen Bereichen eine bundesweit tragende Rolle. Die Hochschulmedizin ist gerade dort besonders stark, wo andere Krankenhäuser nicht mehr handeln können: Sie verbindet auf einzigartige Weise Forschung, Lehre und Krankenversorgung. Die Uniklinika setzen federführend die neuesten medizinischen Innovationen um und bilden die Ärzte von morgen aus. Damit sind „Die Deutschen Universitätsklinika“ ein unersetzbarer Impulsgeber im deutschen Gesundheitswesen. Der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) macht diese besondere Rolle der Hochschulmedizin sichtbar. Mehr Informationen unter: www.uniklinika.de

Spitzenmedizin für Dresden: Uniklinikum in deutschem Krankenhaus-Ranking unter den TOP 5
Deutschlands größter, im Oktober 2020 zum neunten Mal erschienener Krankenhausvergleich des Nachrichtenmagazins „Focus“ bescheinigt dem Universitätsklinikum Carl Gustav Dresden (UKD) eine hervorragende Behandlungsqualität. Die Dresdner Hochschulmedizin erreichte in diesem Jahr Platz vier im deutschlandweiten Ranking. Dies ist ein weiterer Beleg für die überdurchschnittliche Qualität der 21 Kliniken des UKD. Eine Vielzahl an Ärzten hatten Kliniken aus ganz Deutschland beurteilt. Hinzu kommen Qualitätsberichte der Kliniken sowie Patientenumfragen der Techniker Krankenkasse.
40 Krankheitsbilder wurden beim Focus-Vergleich für 2021 bewertet. Dabei schaffte es das Dresdner Uniklinikum mit 28 Indikationen in die Auflistung, für 19 Krankheitsbilder bietet das Uniklinikum eine Versorgung in der Spitzengruppe an. Top-Noten gab es für folgende Kliniken: Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Risikogeburten, Brustkrebs, Gynäkologische Krebserkrankungen), Dermatologie (Hautkrebs), Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie (Darmkrebs, Gallenblasen-Operationen), Medizinische Klinik I (Darmkrebs), Neurochirurgie (Hirntumoren), Urologie (Prostatakrebs), Medizinische Klinik III (Diabetes), Psychotherapie und Psychosomatik (Angststörungen, Depression, Psychosomatik), Psychiatrie und Psychotherapie (Depression), Neurologie (Parkinson, Schlaganfall, Multiple Sklerose), UniversitätsCentrum für Orthopädie, Plastische & Unfallchirurgie (Orthopädie, Wirbelsäulenchirurgie, Unfallchirurgie, Plastisch-Rekonstruktive Chirurgie)

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