Bochumer Projekt überzeugt durch E-Health-Lösungen in der Online-Therapie. Forscher:innen und Therapeut:innen freuen sich über die Anerkennung.

Bochum (lwl). Die gute Nachricht kam per Video, die Urkunde dann per Post: Das OMPRIS-Team der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum konnte mit seinem digitalen Therapieangebot die Telemedizin-Jury und das Publikum auf dem 11. Nationalen Fachkongress der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed) und der ZTG – Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH in der vergangenen Woche (9.3.) überzeugen und den dritten Platz online mit nach Hause nehmen.

„Wir freuen uns sehr über diesen Preis und danken für die Anerkennung“, so Dr. Jan Dieris-Hirche, Oberarzt in der Ambulanz der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am LWL-Universitätsklinikum Bochum und Leiter der Mediensucht-Ambulanz. Als Forschungsleiter von OMPRIS (Onlinebasiertes Motivationsprogramm zur Reduktion des problematischen Medienkonsums und Förderung der Veränderungsmotivation bei Menschen mit Computerspielabhängigkeit und Internetsucht)  sieht er in dem Preis die Arbeit von OMPRIS bestätigt: „Wir haben uns gut aufgestellt für die Herausforderungen in naher Zukunft. Das zurückliegende Jahr mit Corona und den weitreichenden Folgen für die Psyche der Menschen hat uns gezeigt, dass wir verstärkt an E-Health-Lösungen arbeiten müssen, um die Menschen künftig flächendeckend zuhause erreichen zu können.“

Unter dem Motto „Raus aus der Internetsucht! – Zurück ins Leben!“ arbeitet die LWL-Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie seit über fünf Jahren intensiv an telemedizinischen Therapiekonzepten und konnte bis heute große Fortschritte in der Versorgung und Erreichbarkeit von computerspiel- und internetabhängigen Patientinnen und Patienten machen. Sie setzt dabei auf die Entwicklung und den Einsatz von telemedizinischen Online-Beratungs- und Präventionsangeboten.

Forschungsprojekt OMPRIS

Seit dem 1. August 2020 können Menschen mit problematischem Internetgebrauch (Computerspiele, Internetpornografie oder Streamingdienste) mit OMPRIS auf ein webcambasiertes Therapie-Angebot zurückgreifen, das ihnen einen Weg aus ihrer Sucht weist. Hinter dem Forschungsprojekt steht ein Zusammenschluss von sieben deutschen Projektpartnern unter Leitung der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des LWL-Universitätsklinikums Bochum im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Finanziert wird das Projekt durch Mittel des Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) Deutschland.

OMPRIS ist für Betroffene niederschwellig, leicht zugänglich und kostenlos. Mit dem digitalen Angebot können Therapeutinnen und Therapeuten Hilfesuchende nun besser erreichen. Noch bis zum Herbst 2022 wird OMPRIS als digitales 4- bis 6-wöchiges, kostenloses Online-Beratungsprogramm mit vielen therapeutischen und medienpädagogischen Elementen zur Verfügung stehen und in dieser Zeit evaluiert. Etwa 2-mal pro Woche finden webcambasierte Einzelgespräche statt, in denen die Teilnehmenden motiviert werden, ihren Alltag zu strukturieren und ihr Medienverhalten zu reflektieren und zu verändern. Zudem berät eine Sozialarbeiterin bei Fragen rund um Themen wie zum Beispiel Wohnungssuche, Anträge auf Wohngeld oder Hilfe bei der ARGE. Weitere Informationen zu OMPRIS und die Möglichkeit zur kostenlosen Anmeldung finden Betroffene über die Homepage www.onlinesucht-hilfe.com

Foto (oben): Dr. Jan Dieris-Hirche, OMPRIS-Forschungsleiter und Oberarzt in der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im LWL-Universitätsklinikum Bochum, freut sich gemeinsam mit seinem Team über die hohe Auszeichnung. (Bildnachweis: LWL)

 

Der LWL im Überblick:

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 18.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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