Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) informiert:

Virtuelle Austragung wegen Corona bietet Patienten Chance auf Teilnahme

Lippstadt/Hamm (lwl). Manchmal können Einschränkungen auch eine Chance sein: Fünf Patienten des Zentrums für Forensische Psychiatrie Lippstadt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben dieses Jahr an der Sparkassen-Winterlaufserie des Olympischen Sportclubs (OSC) Hamm teilgenommen – ohne das Klinikgelände zu verlassen.

Wegen der Corona-Einschränkungen musste der eigentliche Lauf in Hamm ausfallen, dafür gab es virtuelle Läufe: Laufbegeisterte durften laufen, wo sie wollten, und ihre Ergebnisse dann innerhalb bestimmter Fristen mit GPS-Daten einreichen. Für die Veranstalter ein „Akt des Widerstands gegen die Ohnmacht angesichts des Coronavirus“, wie es auf der Homepage heißt, für die Patienten eine Chance, überhaupt an dieser Laufveranstaltung teilzunehmen.

Denn nicht alle der fünf Patienten haben die nötige Ausgangsbewilligung, um die LWL-Klinik für psychisch kranke Straftäter zu verlassen. „Für die Motivation ist es aber gut, wenn man auf etwas hintrainieren kann“, sagt Sporttherapeut Mirko Stellmacher. Er bietet das Lauftraining als Teil der Sporttherapie an und hat dafür gesorgt, dass auf dem Klinikgelände eine exakt ausgemessene Laufstrecke angelegt wurde. Rund 20 Patientinnen und Patienten ziehen hier regelmäßig ihre Laufrunden – andere nutzen sie auch mit Nordic-Walking-Stöcken oder mit dem Fahrrad.

Alle fünf Patienten haben in der Sporttherapie mit dem Laufen angefangen, einer sogar erst vor einem Jahr. „Sie alle sind für die Hammer Winterlaufserie jeweils die 10-Kilometer-Distanz gelaufen, drei haben sogar ihre persönliche Bestzeit geschafft“, berichtet Stellmacher, der jeden einzelnen Lauf begleitet und die Ergebnisse abgelesen und eingereicht hat. Zwei Patienten sind zusätzlich auch die 15 Kilometer gelaufen und dann sogar den Halbmarathon. „Das war für alle ein tolles Erfolgserlebnis und bestärkt die Patienten hoffentlich darin, mit dem Laufen weiterzumachen“, sagt Stellmacher. Vielleicht schaffe es ja der ein oder andere, in Zukunft auch ‚in echt‘ an einem Laufereignis außerhalb der Klinik teilzunehmen, hofft der Lauftrainer.

 


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Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 18.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


Sporttherapeut Mirko Stellmacher am Start zum 15-Kilometer-Lauf mit einem Patienten, der alle drei Strecken über 10 und 15 Kilometer bis zu seinem ersten Halbmarathon für die Hammer Winterlaufserie erfolgreich gelaufen ist. Stellmacher hat auch während der Läufe Maske getragen.
Foto: LWL