Trotz Schlaganfall: Guter Start ins Leben für Anneke

Fachübergreifende Versorgung im Sozialpädiatrischen Zentrum der Unimedizin Rostock

Rostock – Ein fröhliches Lachen schallt durch das Behandlungszimmer von Dr. Heike Haase im Sozialpädiatrischen Zentrum der Universitätsmedizin Rostock. Die fünfjährige Anneke aus Bad Doberan probiert gerade ihre neue Orthese an und hat sichtlich Spaß dabei. Druckstellen werden gesucht und Laufproben gemacht.

Mama Wiebke Schettler ist froh, dass ihre Tochter heute so ein aufgewecktes Kind ist, denn der Start ins Leben war schwierig. Das Mädchen leidet als Folge eines Schlaganfalls rund um die Geburt an einer Halbseitenlähmung. Im Gehirn wurde das Bewegungszentrum geschädigt und das hat Auswirkungen auf den gesamten Körper. „Als wir im Alter von acht Monaten nach vielen Arztbesuchen die Diagnose erhielten, war das eine riesige Erleichterung. Wir wussten endlich, woran unsere Tochter leidet und konnten zielgerichtet mit der Therapie beginnen“, erzählt sie.

Seit einigen Jahren ist Wiebke Schettler mit Anneke im 2015 gegründeten Sozialpädiatrischen Zentrum in Behandlung. Das erleichtert ihr vieles, denn die Einrichtung ist auf die ambulante Diagnostik und Behandlung von Kindern und Jugendlichen spezialisiert, die in ihrer körperlichen, geistigen oder seelischen Entwicklung beeinträchtigt sind. Leiterin Dr. Heike Haase betont, dass der interdisziplinäre Ansatz für Kinder wie Anneke viele Vorteile bietet: „Vorher war die junge Patientin bei fünf verschiedenen Ärzten in Behandlung, hier bieten wir das gesamte Behandlungsspektrum für sie an, von der MRT-Untersuchung über Ergotherapie und Logopädie bis zur Kinderorthopädie. Die Orthese wurde hier im Zentrum von einem Orthopädietechniker angepasst und über unsere Sozialarbeiterin wurde eine Rehabilitationsmaßnahme für Anneke und ihre Mutter organisiert“. Für Wiebke Schettler war diese ein Segen, denn die letzten Jahre sind auch bei ihr an die Substanz gegangen. „Meine Tochter war aufgrund ihres Schlaganfalls ein Schreikind mit vielen Entwicklungsverzögerungen. Sie hat unsere ganze Aufmerksamkeit beansprucht und ihr älterer Bruder kam häufig zu kurz. Die Unterstützung des fachübergreifenden Teams im Sozialpädiatrischen Zentrum hat vieles leichter gemacht“, sagt sie voller Dankbarkeit.

Derzeit liegt das Augenmerk von Dr. Heike Haase auf der Unterstützung der kleinen Patientin in der Wachstumsphase. Anneke muss eine Orthese am linken Bein tragen, damit sie richtig auftritt. Nur so erhält der Körper die nötigen Impulse, um das betroffene Bein mitwachsen zu lassen. Dazu kommen Physiotherapie, Logopädie und viele Übungen zu Hause. Inzwischen besitzt die Familie mit Carlo ein eigenes Pferd, um Anneke auch therapeutisches Reiten zu ermöglichen. „Ich kann auch schon Galopp“, erzählt sie stolz.

Zur Zeit geht Anneke noch in eine integrative Kita in Bad Doberan und bekommt auch dort die nötige Unterstützung. Dr. Heike Haase ist aber sicher, dass sie anschließend eine normale Schule besuchen kann. „Ihre körperliche Entwicklung haben wir mit vielfältigen Therapien sehr gut im Griff und geistig steht sie anderen Kindern ihrer Altersgruppe in nichts nach. Im Gegenteil“, so die Oberärztin, die froh über diese gute Prognose ist. Das interdisziplinäre Team erarbeitet gemeinsam mit den Familien ein individuelles Förder- und Behandlungskonzept für jedes Kind. Das ist das Erfolgsrezept des Sozialpädiatrischen Zentrums an der Unimedizin Rostock.

 

 

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Bildunterschrift:

 

Motiv 1: Die Leiterin des Sozialpädiatrischen Zentrums Dr. Heike Haase (l.) mit Anneke und ihrer Mutter Wiebke Schettler.

 

Motiv 2: Anneke probiert mit Hilfe von Dr. Heike Haase (r.) die neue Orthese an.

 

Bildquelle: Unimedizin Rostock