Das GeoHealth Centre am Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit am Universitätsklinikum Bonn (UKB) entwickelte mehrere Dashboards zum Corona-Infektionsgeschehen. Diese enthalten Daten, die nirgendwo sonst in dieser Form aufbereitet verfügbar sind. Zudem sprechen die Visualisierungen sowohl Laien als auch Wissenschaftler an.

Bonn, 13. Januar 2021 – Unter health-mapping.de/7TageInzidenz/siebenTageInzidenz.php erhalten die Nutzer erstmals eine „Rückübersetzung“ der abstrakten Zahl der „7-Tage-Inzidenz“ in „Anzahl der Fälle“. Dies geschieht für jeden Kreis individuell, da auch die Bezugsgröße der Einwohnerzahl für jeden Kreis unterschiedlich ist. Damit kann auch der Laie erfassen, was ein einzelner Ausbruch in einem Altersheim für seinen Kreis bedeutet oder bedeuten kann und wie viele Fälle genau vermieden werden müssen, um den Grenzwert von 50 bzw. 35 zu unterschreiten.

Unter health-mapping.de/7TageInzidenz/ findet sich der allgemeine Entwicklungstrend. Dabei wird der 7-Tage-Inzidenzwert auch für alle vorangegangenen Tage täglich neu und korrigiert berechnet. Gleichzeitig werden die Nachmeldungen einbezogen.

Unter health-mapping.de/7TageInzidenz/trend.htm erfolgt die Auswertung der ersten beiden Aggregationsstufen der 7-Tage-Inzidenz. Dies erleichtert die Interpretation des Verlaufs der 7-Tage-Inzidenz. Ein sicherer, langfristiger Trend wird ergänzt um einen nicht ganz so stabilen, aber noch aktuelleren Trend. Dabei wird vermieden, dass die allerjüngsten, noch unsicheren Meldezahlen verwendet werden.
Das Infektionsgeschehen in ländlichen und urbanen Räumen entwickelt sich besonders in der zweiten Welle unterschiedlich. Deshalb hat das GeoHealth Centre am Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit des UKB zusätzlich noch die Anzahl der Kreise und die Anzahl der Bevölkerung in den einzelnen Klassen der Trends visualisiert.

Unter health-mapping.de/7TageInzidenz/trend_bivariat.htm findet sich eine bivariate Darstellung der Niveaus zusammen mit den jüngsten Trends, das für ein Publikum mit Vorkenntnissen in dieser Darstellungstechnik eine direkte Zusammenschau ermöglicht.

Alle Visualisierungen sind hochgradig interaktiv und werden täglich automatisch aktualisiert. Die darin enthaltenen Zeitleisten ermöglichen eine freie Auswahl des Status‘ zu jedem gewünschten Tag seit Frühjahr 2020 oder – alternativ – eine Darstellung als Animation. Weiterhin enthalten die Legenden gleichzeitig eine Filteroption, sodass die fachlich versierten Nutzer einen vertieften Einblick in die Auswertungen erlangen können.

Prof. Dr. Thomas Kistemann, stellvertretender Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit am UKB und Head of WHO Collaborating Centre, erläutert: „Die neuen Darstellungen vereinfachen den Zugang und das Verständnis zur lokalen Situation und schaffen dennoch einen Überblick in räumlicher und zeitlicher Hinsicht. Mit den beiden Trends ist die Interpretation des Verlaufs verständlich kommuniziert und für Experten auch aggregiert verfügbar. Diese bisher fehlende Art der Datenaufbereitung soll die Maßnahmen zur Infektionsvermeidung unterstützen, indem örtliche Fallzahlen sowie deren Relation zur 7-Tage-Inzidenz nun einfach und unmittelbar nachvollziehbar angeboten werden. Die Trendbetrachtungen unterstützen die Entscheidungsträger.“

Zum Universitätsklinikum Bonn: Im UKB werden pro Jahr über 400.000 Patienten*innen betreut, es sind über 8.000 Mitarbeiter*innen beschäftigt und die Bilanzsumme beträgt über 1 Mrd. Euro. Neben den über 3.000 Medizin- und Zahnmedizin-Studierenden werden pro Jahr über 500 junge Menschen in anderen Gesundheitsberufen ausgebildet. Das UKB steht im Wissenschafts-Ranking auf Landesebene auf Platz 1 unter den Universitätsklinika in NRW, weist den dritthöchsten Case Mix Index (Fallschweregrad) in Deutschland auf und hatte 2019 das wirtschaftlich erfolgreichste Jahresergebnis aller 35 deutschen UKs und die einzige positive Jahres-Bilanz der UKs in NRW.