Universitätsklinikum Bonn und Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik plädieren für mehr Prävention in E-Health 

Das Gesundheitswesen nutzt die Möglichkeiten der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung, um Abläufe zu optimieren und die Versorgung der Patientinnen und Patienten zu verbessern. Dadurch ergeben sich aber gleichzeitig auch Herausforderungen, die insbesondere in der aktuellen Corona-Pandemie kurzfristig und sicher gelöst werden müssen. Wie kritische Infrastrukturen mit den Herausforderungen der Digitalisierung umgehen und welche Lösungen zielführend sein können, wurde im Rahmen des zweitägigen Symposiums „Digitalisierung, Cyber-Sicherheit & Ich-Perspektiven im Gesundheitswesen“ am 6. und 7. November vorgestellt. Gemeinsam mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat das Universitätsklinikum Bonn (UKB) hochkarätige Referenten, darunter den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, zum Diskurs und zu Workshops eingeladen. Über 200 Verantwortliche aus den Direktionen sowie Fachkräfte aus den Bereichen Verwaltung, IT und Medizin in Krankenhäusern, aus den Praxen und andere Interessierte aus dem Gesundheitswesen haben am fachlichen Austausch teilgenommen.

Bonn, den 9. November 2020 – Welche (informations-)technologischen Hürden haben die Akteure des Gesundheitswesens heute noch nicht genommen? Sind die (IT-)Systeme in diesem Bereich den aktuellen Bedrohungen gewachsen? Wie werden IT-Krisen bewältigt? Welche Erfahrungen und (neu erlernten) Fertigkeiten im Zusammenhang mit vernetztem Arbeiten – insbesondere in der Corona-Pandemie – können für die Gestaltung der digitalen Transformation genutzt werden? Ziel des Symposiums war es, allen an der medizinischen Versorgung Beteiligten die Möglichkeit zu eröffnen, die sichere Digitalisierung als Gemeinschaftsaufgabe noch besser bewerkstelligen zu können.

„Die virtuelle und die reelle Welt haben eines gemeinsam – gegen Viren hilft schließlich nur Prävention“, mahnte Prof. Wolfgang Holzgreve, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKB. „Am UKB ist die Digitalisierung in vollem Gange. Unser Ziel ist dabei das Konzept des „Secure UKB Medical Campus’“, führte Prof. Holzgreve weiter aus. Allerdings setze es voraus, dass die informationstechnischen Systeme klug entwickelt, verlässlich, vertrauenswürdig und anpassungsfähig seien. Andernfalls könne die Sicherheit der Patienten sowie die Kontinuität der Dienstleistung „Medizinische Versorgung“ ernsthaft gefährdet sein.

Arne Schönbohm, Präsident des BSI, betonte: „Digitalisierung geht nicht ohne Informationssicherheit. Corona und der damit verbundene Digitalisierungsschub haben uns vor Augen geführt, wie wichtig funktionierende und sichere IT ist. Wie angespannt die Gefährdungslage für Krankenhäuser ist, haben die erfolgreichen Cyber-Angriffe der letzten Monate eindrucksvoll gezeigt. Krankenhäuser im Notbetrieb können wir uns gerade in der aktuellen Situation nicht leisten. Die Kliniken tragen deshalb eine besondere Verantwortung für ihre IT-Netzwerke. Der Schutz von Patientendaten muss ebenso gewährleistet sein wie die Versorgung der Patientinnen und Patienten mithilfe modernster Computertechnologie. Deshalb befürworte ich ausdrücklich das von Bundesgesundheitsminister Spahn auf den Weg gebrachte Krankenhaus-Zukunftsgesetz, das vorsieht, dass mindestens 15 Prozent der beantragten Fördermittel für Maßnahmen zur Verbesserung der Informationssicherheit eingesetzt werden müssen. Das BSI hat bereits vor rund einem Jahr einen branchenspezifischen Sicherheitsstandard für Krankenhäuser anerkannt und damit einen wichtigen Beitrag zur sicheren Digitalisierung im Gesundheitswesen geleistet.“

Die Best-Practice-Beispiele, die auf dem Symposium erläutert wurden, zeigen, wie das Gesundheitssystem vom digitalen Fortschritt profitiert. Auch der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn unterstrich die Bedeutung der Digitalisierung im Gesundheitswesen: „Die Corona-Pandemie zeigt, wie uns digitale Lösungen im Gesundheits-Alltag helfen. Die Corona-App warnt vor Infektionen. Online-Sprechstunden erleichtern den Arztkontakt. Die digitale Anbindung von Gesundheitsämtern beschleunigt den Datenaustausch. Nur Medizin mit digitaler Hilfe ist zeitgemäße Medizin.“                  

Das Universitätsklinikum Bonn
Im UKB werden pro Jahr über 400.000 Patienten*innen betreut, es sind über 8.000 Mitarbeiter*innen beschäftigt und die Bilanzsumme beträgt über 1 Mrd. Euro Neben den über 3000 Medizin- und Zahnmedizin-Studierenden werden pro Jahr über 500 junge Menschen in anderen Gesundheitsberufen ausgebildet. Das UKB steht im Wissenschafts-Ranking auf Landesebene auf Platz 1 unter den Universitätsklinika in NRW, weist den zweithöchsten Case Mix Index (Fallschweregrad) in Deutschland auf und hatte 2019 das wirtschaftlich erfolgreichste Jahresergebnis aller 35 deutschen UKs und die einzige positive Jahres-Bilanz der UKs in NRW.

Bildmaterial:
 Bildunterschrift (v. l.): Arne Schönbohm, Präsident des BSI, Prof. Wofgang Holzgreve, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender am UKB, und Prof. Karl Broich, Präsident des BfArM, während der Pressekonferenz zum virtuellen Symposium „Mit Sicherheit vernetzt. Digitalisierung, Cyber-Sicherheit & Ich – Perspektiven im Gesundheitswesen“ am Universitätsklinikum Bonn (UKB).Bildnachweis: Universitätsklinikum Bonn (UKB)/R. Müller

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Vorstand: Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Holzgreve, MBA, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor • Clemens Platzköster, Kaufmännischer Direktor und Stellv. Vorstandsvorsitzender •
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